Als Virtuelle Assistenz starten – was du wirklich brauchst

Viele Menschen die sich für Virtuelle Assistenz interessieren stellen sich die gleiche Frage: Bin ich überhaupt gut genug dafür? Brauche ich eine Ausbildung? Einen teuren Kurs? Besondere Software?

Die kurze Antwort: Nein, nein und nein.

Dieser Artikel zeigt dir was du wirklich brauchst um als Virtuelle Assistenz zu starten – und was du getrost ignorieren kannst.

Was ist eine Virtuelle Assistenz nochmal kurz?

Eine Virtuelle Assistenz (VA) unterstützt Unternehmen oder Selbstständige bei administrativen, organisatorischen oder digitalen Aufgaben – komplett remote, also von überall aus.

Du bist selbstständig, nimmst Aufträge an, stellst Rechnungen und arbeitest ortsunabhängig. Kein Büro, kein Festvertrag, keine festgelegten Arbeitszeiten.

Was brauchst du wirklich um zu starten?

1. Einen Computer und eine stabile Internetverbindung

Das ist die absolute Grundvoraussetzung. Ein neueres Laptop oder Desktop-PC reicht völlig aus – du brauchst keine High-End-Ausrüstung.

2. Grundkenntnisse in gängigen Tools

Du musst kein Technik-Experte sein. Die meisten VA-Aufträge erfordern Kenntnisse in Tools die du wahrscheinlich schon kennst oder in wenigen Stunden lernst:

  • Google Workspace (Gmail, Google Docs, Google Sheets, Google Drive)
  • Microsoft Office (Word, Excel, Outlook)
  • Trello oder Asana (Projektmanagement)
  • Canva (einfache Grafiken)
  • Zoom oder Teams (Videokonferenzen)

All diese Tools haben kostenlose Versionen und unzählige kostenlose Tutorials auf YouTube.

3. Zuverlässigkeit und klare Kommunikation

Das ist wichtiger als jedes Zertifikat. Auftraggeber suchen jemanden der:

  • Deadlines einhält
  • klar kommuniziert wenn etwas unklar ist
  • Probleme meldet bevor sie größer werden
  • erreichbar ist und antwortet

Wer das konsequent macht hat einen riesigen Vorteil gegenüber VAs mit vielen Zertifikaten aber schlechter Kommunikation.

4. Eine Gewerbeanmeldung oder Freiberufler-Status

In Deutschland, Österreich und der Schweiz musst du deine selbstständige Tätigkeit anmelden. Das ist einfacher als es klingt:

Deutschland: Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt (ca. 20-30 €) oder Freiberufler-Status beim Finanzamt (kostenlos, je nach Tätigkeit)

Österreich: Gewerbeschein oder freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt anmelden

Schweiz: Einzelunternehmen anmelden (relativ unkompliziert)

Für den Anfang lohnt sich die Kleinunternehmerregelung (in Deutschland bis 22.000 € Jahresumsatz) – keine Umsatzsteuer auf Rechnungen, weniger Bürokratie.

5. Ein erstes Angebot

Du brauchst keine aufwändige Website oder einen teuren Auftritt. Für den Anfang reicht:

  • Eine einfache Beschreibung was du anbietest
  • Deine Kontaktdaten
  • Ein Stundensatz oder Paketpreis

Was brauchst du NICHT um zu starten?

Keinen teuren VA-Kurs: Viele Kurse kosten mehrere hundert bis tausend Euro und lehren Dinge die du auch kostenlos lernst. Starte lieber mit kostenlosen Ressourcen und investiere in Kurse wenn du weißt welche Spezialisierung du wählst.

Keine perfekte Website: Eine einfache Seite oder sogar ein LinkedIn-Profil reicht für den Anfang völlig aus.

Keine jahrelange Erfahrung: Jede VA hat mal ohne Erfahrung angefangen. Dein erster Auftrag bringt dir mehr Lerneffekt als jeder Kurs.

Keine spezielle Ausbildung: Verwaltungsfachangestellte, Quereinsteiger, Mütter nach der Elternzeit, Auswanderer – die Hintergründe erfolgreicher VAs sind extrem unterschiedlich.

Welche Fähigkeiten helfen besonders?

Manche Fähigkeiten die du vielleicht schon hast sind im VA-Bereich besonders gefragt:

  • Organisation und Struktur: Wer selbst gut organisiert ist hilft Unternehmern das Chaos zu managen
  • Schreiben: Texte verfassen, E-Mails schreiben, Newsletter gestalten
  • Social Media: Beiträge planen, Community managen, Inhalte erstellen
  • Buchhaltung: Rechnungen prüfen, Belege sortieren, einfache Buchhaltungsaufgaben
  • Fremdsprachen: Besonders Englisch ist ein großer Vorteil bei internationalen Auftraggebern

Wie viel kann man als VA verdienen?

Das hängt von Erfahrung, Spezialisierung und Stundenzahl ab:

  • Einstieg: 15–25 € pro Stunde
  • Mit Erfahrung: 30–45 € pro Stunde
  • Spezialisiert (z.B. Social Media, Buchhaltung, Technik): 45–80 € pro Stunde

Wer Vollzeit als VA arbeitet (ca. 30-35 Stunden pro Woche fakturierbar) kann schon im Einstieg 2.000–3.000 € monatlich verdienen. Mit Erfahrung und Spezialisierung deutlich mehr.

Wie findet man den ersten Auftrag?

Das ist die entscheidende Frage. Drei Wege die wirklich funktionieren:

1. Eigenes Netzwerk: Frag in deinem Umfeld wer Unterstützung braucht. Viele Selbstständige suchen Hilfe aber wissen nicht wo sie anfangen sollen zu suchen.

2. Spezialisierte Plattformen: Jobbörsen die sich auf Remote-Aufträge für Selbstständige konzentrieren sind der direkteste Weg zu geprüften Aufträgen.

3. Online-Communities: Deutschsprachige Facebook-Gruppen für Freelancer und VAs sind aktiv – dort posten Auftraggeber regelmäßig Anfragen.

Fazit

Der Start als Virtuelle Assistenz ist einfacher als die meisten denken. Du brauchst keinen teuren Kurs, keine jahrelange Erfahrung und keine perfekte Website.

Was du brauchst: einen Computer, eine Internetverbindung, Zuverlässigkeit – und den ersten Auftrag.

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